Wenn sich der Herbst in der Tasse spiegelt
Der Herbst hat ein eigenes Aroma: feuchte Erde, Holz, Rauch, Nüsse. Diese Sinneseindrücke finden sich auch im Kaffee wieder – vor allem, wenn er frisch geröstet ist.
Wenn draußen die Luft kühler wird und der Morgennebel nach Laub duftet, verändert sich, wie wir Kaffee wahrnehmen.
Kaffeegenuss im Herbst ist sinnlicher, wärmer, dichter. Es ist die Jahreszeit, in der Röstaromen im Vordergrund stehen – Noten von dunkler Schokolade, Karamell und Haselnuss, die an Geborgenheit erinnern.
Warum Kaffee im Herbst anders schmeckt
Unsere Sensorik reagiert auf das Umfeld.
Im Sommer sehnen wir uns nach Frische – fruchtige, florale Kaffees wirken belebend. Doch bei sinkenden Temperaturen verändert sich unsere Wahrnehmung: Wir schmecken Bitterkeit weicher, Süße intensiver, Texturen voller.
Das bedeutet: Ein herbstlicher Kaffee darf rund, cremig und schokoladig sein.
Die Röstaromen wirken wie ein wärmender Duft, der sich am Gaumen entfaltet. Besonders bei mittleren Röstungen entsteht diese Harmonie zwischen Süße, Körper und sanfter Bitterkeit.
Die Sprache der Röstaromen
In der Rösterei beginnt der Herbst mit Klang und Duft. Das Knistern der Bohnen in unserem Trommelröster, der Moment, in dem sich süßliche Noten entfalten – Vanille, Mandel, Zartbitterschokolade.
Frisch gerösteter Kaffee lebt von dieser sensorischen Spannung zwischen Röstaromen und Herkunftsaromen.
Ein Kaffee aus Kolumbien erinnert mit seinen Noten von Kakao und Trockenfrucht an Waldboden und Kastanie. Ein Indischer bringt erdige Tiefe, während ein Brasilianer nussig und weich schmeckt.
All diese Aromen sind wie Farben eines herbstlichen Gemäldes – unterschiedlich, aber harmonisch im Ganzen.
Im Röstfachwerk rösten wir so, dass genau diese feinen Nuancen erhalten bleiben. Jede Bohne soll sprechen dürfen – mit ihrer eigenen Sprache aus Duft, Geschmack und Gefühl.
Herbstliche Sinnesmomente zu Hause
Herbstrezept: Autumn Roast Latte – Haselnuss, Karamell und Zimt
Zutaten (für 1 große Tasse, ca. 300 ml)
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2 Espressi oder 60 ml starker Mokka
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200 ml Milch oder Hafermilch
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1 TL brauner Zucker oder Ahornsirup
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½ TL Haselnusscreme oder 1 Schuss Haselnusssirup
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1 Messerspitze Zimt
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Optional: etwas Vanilleextrakt
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Für das Topping: Zimt, Kakaopulver oder gehackte Haselnüsse
Zubereitung
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Espresso zubereiten:
Einen kräftigen Espresso brühen, idealerweise aus einer mittleren bis dunklen Röstung mit Noten von Schokolade, Karamell und Nuss. -
Milch erhitzen und aufschäumen:
Milch oder Hafermilch auf etwa 60–65 °C erhitzen und aufschäumen. Beim Aufschäumen Zimt und Zucker einrühren. -
Aromabasis anrühren:
In der Serviertasse die Haselnusscreme oder den Sirup mit einem Schuss heißem Espresso verrühren, bis sich alles gut aufgelöst hat. -
Aufgießen:
Den restlichen Espresso in die Tasse geben, anschließend den Zimtschaum darüber gießen. -
Veredeln:
Mit Zimt, Kakao oder gehackten Haselnüssen bestreuen. Optional kann ein Tropfen Vanilleöl für zusätzliche Tiefe sorgen.
Geschmacksprofil
Ein harmonisches Zusammenspiel aus Röstaromen, Süße und Würze. Die Kombination von Kaffee, Haselnuss und Zimt ergibt einen warmen, runden Geschmack mit leicht karamellisierter Note. Der Duft erinnert an geröstete Nüsse und warme Gewürze – ein Getränk, das den Herbst in der Tasse einfängt. 🍁☕️🍂
